Friederike Mönnig aus Vechta ist die erste Preisträgerin des neuen OM-Medien-Awards „NexTalents“. Die Malermeisterin, Innenarchitektin und Geschäftsführerin des Anton Mönnig Malerfachbetriebs wurde am Donnerstag im OM-Medienhaus im Ecopark zur „NexTalent 2026“ gekürt. Im Finale standen neben ihr zwei Unternehmer aus Cloppenburg: Tim Bruns vom Unternehmen Tim Bruns Bauunternehmen und Bastian Schnaase von der Lernhain Bildungs-GmbH.
Die Auszeichnung wurde bei einer feierlichen Premiere vergeben. Mit dem neuen Format will die OM-Mediengruppe junge unternehmerische Persönlichkeiten aus dem Oldenburger Münsterland sichtbar machen. Insgesamt waren 25 Talente aus der Region nominiert. Aus diesem Kreis bestimmte eine Expertenjury drei Finalisten: Bruns, Schnaase und Mönnig.
Jury nahm Verantwortung und Entwicklung in den Blick
Für die Auswahl waren nicht allein Unternehmensgründungen oder besonders große Kennzahlen ausschlaggebend. Die Jury bewertete die Lebenswege und fragte, welchen eigenen Beitrag die Nominierten leisten, wie sie Verantwortung übernehmen, einen Betrieb weiterentwickeln und ein Team einbinden. Bei einer Unternehmensnachfolge ging es außerdem darum, Bestehendes zu achten und zugleich einen eigenen Weg einzuschlagen.
„Entscheidend war der eigene Beitrag: Wie wird Verantwortung übernommen, ein Betrieb weiterentwickelt und ein Team mitgenommen?“
Zur Jury gehörten der Personalberater Dr. Clemens Schwerdtfeger, Executive Coach Andrea Maria Waden, die Steuerberaterin und LSR-Gesellschafterin Beate Lienesch sowie Uwe Mork, Leiter Lesermarkt und Marketing bei OM-Medien. Die Bewertung der unterschiedlichen Profile und unternehmerischen Wege sei eine anspruchsvolle Aufgabe gewesen. Die Veranstaltung begann mit „Empire State of Mind“, den Sängerin Jana Ljubarski auf der Bühne präsentierte. Der Song stand dabei sinngemäß für steinige Wege zum Erfolg und die Notwendigkeit, auch Rückschläge zu bewältigen.
Unternehmensnachfolge während des Studiums
Bei Friederike Mönnig war der Weg in den Familienbetrieb früh vorgezeichnet, aber die Übernahme kam unerwartet. Der mehr als 100 Jahre alte Malerfachbetrieb war von ihrem Urgroßvater gegründet worden. Schon in den Ferien begleitete sie ihren Vater zu Baustellen, später arbeitete sie im Unternehmen mit.
Ihr beruflicher Weg führte zunächst über eine handwerkliche Ausbildung, die Gesellenzeit und die Meisterprüfung. Anschließend begann sie ein Studium der Innenarchitektur. Als ihr Vater im Jahr 2018 plötzlich starb, arbeitete sie gerade an ihrer Bachelorarbeit. Die Betriebsübergabe erfolgte deshalb früher als geplant. Der Betrieb musste weitergeführt werden, dennoch schloss Mönnig ihr Studium ab.
Für die Jury war entscheidend, wie sie mit dieser nicht selbst gewählten Verantwortung umging. Mönnig übernahm die Führung und blieb dabei eng mit der praktischen Arbeit verbunden. Heute arbeiten zehn Menschen im Betrieb. Einige Beschäftigte sind bereits seit Jahrzehnten dabei, zwei von ihnen seit mehr als 30 Jahren. Zum Team gehören außerdem Auszubildende und Fachkräfte unterschiedlichen Alters.
„Gute Ausbildung gibt das Können weiter und hält zugleich Raum für neue Ideen offen.“
Schwerdtfeger stellte damit auch die Bedeutung von Ausbildung und gemeinsamer Entwicklung heraus. Führung bedeute nicht zwingend, auf jede Frage sofort eine Antwort zu haben. Mitunter könne es die bessere Führungsleistung sein, die richtige Frage zu stellen.
Aufruf im Frühjahr, Zertifikate für alle Nominierten
Das Format „NexTalents“ war im Frühjahr gestartet. Gesucht wurden Menschen, die im Oldenburger Münsterland etwas bewegen – im Mittelstand, bei einer Unternehmensnachfolge oder mit einem eigenen Start-up. Bis zum Sommer gingen Bewerbungen und Vorschläge ein. Auch Leserinnen und Leser der Zeitungen OV und MT sowie von OM-Online konnten sich beteiligen.
Das Ziel des Awards ist es, jungen Talenten aus der Region ein Gesicht und eine Stimme zu geben und zu zeigen, wer das Oldenburger Münsterland voranbringt. Bei dem anschließenden Austausch erhielten alle Nominierten ein „NexTalent“-Zertifikat. Für die Bewirtung sorgten der Gasthof Evers aus Lüsche und das Weingut Osterloh aus Visbek. Jana Ljubarski von „Gesangs.Momente“ übernahm die musikalische Begleitung des Abends.