Im Prozess um einen Messerangriff in Cloppenburg haben am zweiten Verhandlungstag vor dem Landgericht Oldenburg mehrere Zeugen ausgesagt. Vor der 6. Großen Strafkammer geht es um den Vorwurf des heimtückischen versuchten Mordes. Angeklagt sind zwei Männer im Alter von 19 und 20 Jahren.
Die Tat soll sich im Februar 2026 auf einem Parkplatz zwischen der evangelischen Kirche und dem Krankenhaus in Cloppenburg ereignet haben. Dort trafen sich die beiden Angeklagten und eine dritte Person. Nach den bisherigen Aussagen entwickelte sich ein Streit um die Ex-Freundin des jüngeren Angeklagten. Das Opfer, ein Mann aus Lastrup, soll ihr aus Sicht des Angeklagten zu nahe gekommen sein.
Zeuge berichtet von einem großen Messer
Der jüngere Angeklagte hatte zu Beginn des Verfahrens eingeräumt, den Mann mit einem Messer angegriffen zu haben. Zugleich erklärte er, der Mitangeklagte habe mit der Tat nichts zu tun. Eine dritte Person, die am Tattag dabei gewesen sein soll, berichtete im Prozess vom vorausgegangenen Streit.
Ein weiterer Zeuge sagte aus, er sei zufällig zu dem Treffen hinzugekommen. Eigentlich habe man sich zum Billardspielen verabredet. Plötzlich habe der Hauptangeklagte ein „großes Messer“ hervorgeholt und auf das Opfer eingestochen. Der Zeuge und auch der ältere Angeklagte hätten versucht, den Angreifer mit den Worten „Weg mit dem Messer, weg mit dem Messer.“ zu stoppen. Nach der Attacke sei der Angreifer zunächst davongerannt.
Laut Anklage und der weitgehenden Einlassung des Hauptangeklagten wurde das Opfer zunächst von hinten und anschließend von vorn im Brustbereich schwer verletzt. Der Mann wurde am Tatort zurückgelassen. Er kam wieder zu Bewusstsein und schleppte sich zum nahe gelegenen Krankenhaus.
Opfer wurde intensivmedizinisch behandelt
Ein medizinischer Sachverständiger bewertete den Zustand des Verletzten im Prozess als „lebensbedrohlich“. Das Opfer musste intensivmedizinisch behandelt werden und überlebte den Angriff. Der Zeuge berichtete außerdem, der Hauptangeklagte sei später wegen „Gewissensbisse“ zum Tatort zurückgekehrt. Dort habe nur noch ein Schuh des Opfers gelegen.
Die Ex-Freundin des jüngeren Angeklagten sagte ebenfalls aus. Zum Streit zwischen den beiden Männern und zum Angriff ihres Ex-Partners könne sie jedoch nichts sagen. Der Vorfall sei für sie „völlig unerwartet und überraschend“ gewesen.
Der Prozess wird am Donnerstag, 22. Oktober, mit weiteren Zeugenaussagen fortgesetzt. Das Gericht muss dabei unter anderem die unterschiedlichen Darstellungen zur Beteiligung des älteren Angeklagten und zum Ablauf des Angriffs bewerten.