Der Landkreis Cloppenburg will als „Fahrradfreundliche Kommune Niedersachsen“ ausgezeichnet werden. Ob die Voraussetzungen dafür erfüllt sind, haben Jurymitglieder des Landes Niedersachsen bei einem Besuch vor Ort geprüft. Im Mittelpunkt standen bereits umgesetzte Radverkehrsmaßnahmen, die weitere Planung sowie Angebote für Alltag, Freizeit und Fahrradtourismus.

Der Landkreis hat sich beim Land Niedersachsen um die Zertifizierung beworben. Nach Angaben der Kreisverwaltung soll das Verfahren sichtbar machen, welche Fortschritte beim Radverkehr bereits erreicht wurden. Eine Auszeichnung könnte außerdem die Wahrnehmung des Landkreises als fahrradfreundliche Region stärken, die Zusammenarbeit mit anderen Kommunen fördern und zusätzliche Aufmerksamkeit für nachhaltige Mobilität und Fahrradtourismus schaffen.

Millioneninvestitionen und neue Radwege

Seit 2016 flossen rund 3,1 Millionen Euro in die Sanierung von etwa 45,3 Kilometern Radwegen. Das Kreisstraßenradwegnetz umfasst insgesamt 274 Kilometer. Zusätzlich verbreitert der Landkreis im Rahmen eines Ausbauprogramms bestehende Wege.

Ein Beispiel besichtigten die Jurymitglieder entlang der K 173 zwischen Elsten und Cloppenburg. Der Radweg wurde dort auf drei Meter verbreitert. Nach Angaben des Planungsamtes stieg die durchschnittliche tägliche Nutzung innerhalb der vergangenen drei Jahre um etwa 40 Prozent auf 543 Radfahrende. An einem Tag wurden sogar 851 Radfahrende gezählt.

Als weitere Perspektive plant der Landkreis eine direkte Radvorrangroute von Nord nach Süd. Sie soll quer durch das Kreisgebiet verlaufen und schnelle Verbindungen für den Radverkehr ermöglichen.

Zusammenarbeit und Fahrradtourismus

Bei der Prüfung ging es auch um die Zusammenarbeit mit den 13 Städten und Gemeinden im Landkreis. Viele Kommunen haben eigene Radverkehrskonzepte entwickelt. Das Planungsteam der Kreisverwaltung arbeitet dabei nach eigenen Angaben eng mit den Kommunen, der Wirtschaftsförderung und dem Tourismus zusammen.

Erster Kreisrat Ansgar Meyer verwies auf die langfristigen Investitionen: „Der Landkreis Cloppenburg ist beim Radverkehr gut unterwegs. Dafür haben wir in den vergangenen 20 Jahren erhebliche Summen investiert“. Die Verwaltung könne zudem auf die Unterstützung des Kreistages zählen. Ein Beispiel für die Finanzierung sei die vor Jahren getroffene Entscheidung, Überschüsse aus der kommunalen Geschwindigkeitsüberwachung für die Sanierung von Radwegen einzusetzen.

Bei der Vorstellung des neuen Knotenpunkt- und Radverkehrsleitsystems informierte die Kreiswirtschaftsförderung außerdem über touristische Angebote. Dazu zählen „Paddel und Pedal“, „Radurlaub auf Rezept“ sowie weitere Angebote aus den Erholungsgebieten Barßel und Saterland, Thülsfelder Talsperre und Hasetal. Diese richten sich an Gäste und Einheimische und sollen den Fahrradtourismus als Wirtschaftsfaktor für Gastronomie, Beherbergungsbetriebe und andere touristische Anbieter stärken.

Vom Kreishaus aus fuhr die Jury mit Fahrrädern auf dem verbreiterten Radweg an der K 173 in Richtung Sevelten. Die Stadt Cloppenburg ist bereits im Vorjahr als „Fahrradfreundliche Kommune Niedersachsen“ zertifiziert worden. Die aktuelle Bewerbung betrifft den Landkreis.