Der Cloppenburger Kreistag hat in seiner letzten Sitzung vor der Neukonstituierung mehrere Förderungen und Weichenstellungen für die kommenden Jahre beschlossen. Im Mittelpunkt stehen die Suchthilfe und Präventionsarbeit, die ab 2027 mit einem festen Betrag von 612.490,73 Euro unterstützt werden. Weitere Beschlüsse betreffen den Krisendienst, die Betreuung, ein regionales Hospiz- und Palliativnetzwerk sowie die Jugendarbeit.
Die Stiftung St. Vincenzhaus erhält für die Fachstelle Sucht und Suchtprävention im Haushaltsjahr 2027 einen Festbetrag von 612.490,73 Euro. Die Stiftung handelt im Auftrag des Landkreises, der gesetzlich zur Suchtkrankenhilfe verpflichtet ist. Neben der Beratungsstelle in Cloppenburg unterhält die Fachstelle Außenstellen in Friesoythe, Löningen und Barßel.
Hilfen für Krisen, Betreuung und Hospizarbeit
Für den Verein „Kontaktstelle und Krisendienst im Landkreis Cloppenburg“ bewilligte der Kreistag für die Jahre 2027 bis 2029 jeweils bis zu 21.700 Euro. Der Sozialdienst katholischer Frauen e. V. erhält 19.300 Euro für 2027 und 19.700 Euro für 2028. Der Verein bietet neben der Schwangeren- und Schwangerschaftskonfliktberatung auch sexualpädagogische Präventionsarbeit an.
Der Betreuungsverein Cloppenburg e. V. bekommt für die Jahre 2027 bis 2029 jährlich 60.000 Euro als Festbetrag zur Querschnittsfinanzierung. Der Verein besteht seit 1993 und übernimmt im Landkreis allgemeine Betreuungsaufgaben. Diese Aufgaben müsste ansonsten die zuständige Betreuungsbehörde des Landkreises selbst wahrnehmen.
Auch die Koordination eines regionalen Hospiz- und Palliativnetzwerks soll weitere drei Jahre unterstützt werden. Für 2027 bis 2029 stellt der Landkreis jährlich 15.000 Euro bereit, sofern der Landesverband der Krankenkassen und Ersatzkassen zusätzlich jeweils 15.000 Euro finanziert. Die Netzwerkkoordinierungsstelle ist seit dem 1. Juli 2024 personell besetzt. Nach Angaben des Landkreises hat sich gezeigt, dass das Netzwerk für eine hochwertige Hospiz- und Palliativversorgung in der Region grundlegend ist.
„Naturkieker“ soll im Oldenburger Land wachsen
Der Landkreis beteiligt sich außerdem zunächst fünf Jahre am Projekt „Naturkieker“ der Oldenburgischen Landschaft. Dafür sind jährlich 3.000 Euro vorgesehen. Ziel ist es, die heimische Biodiversität zu beobachten, kennenzulernen und für kommende Generationen zu erhalten.
Die Beteiligung ist an die Bedingung geknüpft, dass sich auch der Landkreis Ammerland entsprechend des Finanzierungsplans beteiligt. Das vor fünf Jahren im Landkreis Friesland gestartete Projekt soll auf das gesamte Oldenburger Land ausgeweitet werden. Beteiligt sind unter anderem Kommunen, Stiftungen, Vereine, Wasser- und Bodenverbände, die Landwirtschaftskammer und der Naturschutzbund Deutschland.
Nach Einschätzung der unteren Naturschutzbehörde bietet „Naturkieker“ die Möglichkeit, den Niedersächsischen Weg über Landkreisgrenzen hinweg voranzubringen. Städte und Gemeinden, Landwirtschaft, Naturschutzverbände, die ökologische Station, Wasserachten und weitere Einrichtungen sollen sich inhaltlich beteiligen können.
Mehr Geld für Juleica-Ausbildung
Die Förderrichtlinien für die Jugendleiterkarte „Juleica“ werden ebenfalls geändert. Ab dem 1. September 2026 steigt der Zuschuss für die Aus- und Fortbildung von 12 auf 15 Euro pro Tag und Teilnehmer. Der Landkreis bezeichnet die Jugendarbeit in Vereinen und Verbänden als wichtigen Teil der sozialen Infrastruktur; die Juleica gilt dabei als Qualifizierungsnachweis für ehrenamtlich tätige Personen.
Darüber hinaus bewilligte der Kreistag der Gemeinde Bösel aus Wirtschaftsfördermitteln einen Zuschuss von 25 Prozent, höchstens jedoch 110.503,42 Euro, für die Erweiterung des Gewerbegebiets Westerloh. Außerdem wurden fünf Personen für die Vorschlagsliste zur Neuwahl ehrenamtlicher Richterinnen und Richter am Niedersächsischen Oberverwaltungsgericht in Lüneburg benannt: Bernhard Möller aus Friesoythe, Josef Osterkamp aus Lastrup, Christa Preuth-Stuke und Stefan Riesenbeck aus Cloppenburg sowie Judith Vey-Höwener aus Barßel. Die Amtszeit soll am 27. April 2027 beginnen und bis April 2032 dauern.