Wenn im Landkreis Cloppenburg Schützenfest gefeiert wird, gehört ein ungewöhnlicher Hut zur sichtbaren Tradition: der Zylinder. In vielen Familien wird er bei besonderen Anlässen hervorgeholt. Der „Bibi“ – wie die Kopfbedeckung im familiären Sprachgebrauch genannt wird – verbindet dabei Erinnerungen an Erstkommunion, Firmung und Schützenfeste mit einem festen Bestandteil des öffentlichen Auftretens.

Der Hintergrund dieser regionalen Bezeichnung und der Blick auf die festlich gekleideten Schützen stehen im Mittelpunkt eines Beitrags von Otto Höffmann, der am 22. August 2026 bei OM Online veröffentlicht wurde. Höffmann beschreibt den Zylinder als weit mehr als irgendeinen Hut: Er sei eine besondere, festliche Kopfbedeckung und werde im Oldenburger Münsterland unter anderem von Schützen getragen.

Der „Bibi“ als Familienerinnerung

Für Kinder blieb vor allem das Wort im Gedächtnis. Wenn der Vater den Zylinder auspackte, wurde daraus ein vertrautes Ritual. Mit einem Handgriff ließ sich der Hut aufsetzen; zugleich stand er für Stolz und einen hohen Festtag. Im Beitrag wird erzählt, dass der Name „Bibi“ gerade wegen seines kindlich wirkenden Klangs in Erinnerung blieb.

Gemeint ist der klassische schwarze Zylinder. Traditionell wird er mit Schornsteigern, Bräutigamen oder Zirkusdirektoren verbunden. Im Landkreis Cloppenburg kommt eine weitere Rolle hinzu: die der Schützen bei den Festen im Oldenburger Münsterland. Der Zylinder markiert dabei den festlichen Anlass und schafft ein gemeinsames Erscheinungsbild.

Von Ambühren bis Friesoythe

Den Auftakt der jährlichen Schützenfestsaison im Landkreis beschreibt der Artikel mit dem Fest in Ambühren. Danach wird dem Text zufolge zwischen Barßel und Bevern an den Wochenenden an unterschiedlichen Orten Schützenfest gefeiert. Männer erscheinen traditionell in Uniform oder Anzug, Frauen in langen Kleidern.

Eine Besonderheit gibt es in Friesoythe. Die dortige Schützengilde trägt laut Beitrag keine klassische Uniform. Ihre Mitglieder treten stattdessen in legerer Kleidung auf. Zu ihrer Ausstattung gehören blumenverzierte Stöcke, Handstöcke oder andere symbolische Anspielungen auf Waffen. Auch bei den Friesoythern bleibt der Zylinder jedoch Teil der festlichen Auftritte, etwa beim Jubiläumsfoto oder beim Abschreiten der Gilde.

Die Schützengilde wird als alte Einrichtung der Stadt beschrieben. Historisch waren die Bürger Friesoythes demnach zur Verteidigung der Stadt verpflichtet. Wann genau der Zylinder dort zum festen Bestandteil festlicher Anlässe wurde, bleibt allerdings unklar.

Der praktische Vorläufer des „Bibi“

Eine handlichere Variante der traditionellen Kopfbedeckung findet sich in Kampe, einem Ortsteil von Friesoythe am Elisabethfehnkanal. Dort wird der sogenannte Chapeau Claque erwähnt, auch Klappzylinder genannt. Der Hutmacher Gibus soll ihn 1830 mit einem Federmechanismus entwickelt haben. Dadurch konnte der hohe Zylinder flach zusammengeklappt und leichter unter dem Arm getragen werden.

Ob klassischer Zylinder oder Klappzylinder: Im Beitrag erscheint der „Bibi“ als verbindendes Zeichen der Schützen im Oldenburger Münsterland – und als Gegenstand, der in Familien ebenso wie bei öffentlichen Festen weiterlebt.